Am vergangenen Mittwoch war wieder Zeit für Begegnung im „Garten der Begegnung“ auf dem Gelände der Pfarrei Heilige Drei Könige in Alsfeld. Jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr öffnet sich dieser besondere Ort für Menschen aller Generationen.
Ich freute mich sehr, an diesem Nachmittag ein so schönes Bild zu sehen: Mehrere Menschen saßen bei einer Tasse Kaffee am Tisch und spielten Brettspiele und kamen miteinander ins Gespräch An der Tischtennisplatte wurde ausprobiert und trainiert. An der Boulebahn spielte eine Gruppe in geselliger Runde. Unter der großen Kastanie saßen Männer aus verschiedenen Ländern zusammen, erzählten, lachten und genossen das Miteinander.
Eigentlich war es kein außergewöhnlicher Nachmittag. Und doch zeigte sich dort etwas, das heute nicht mehr selbstverständlich ist: Menschen verschiedener Generationen und unterschiedlicher Herkunft verbringen Zeit miteinander. Jede und jeder war willkommen.
Das Caritas-Jahresmotto 2026 lautet: „Zusammen geht was – Caritas verbindet Generationen“
Für mich wurde dieses Motto an diesem Mittwochnachmittag lebendig. Es braucht oft keine großen Veranstaltungen oder aufwendigen Programme. Es braucht Orte, an denen Menschen sich ungezwungen begegnen können.
Ein solcher Ort ist unser Garten der Begegnung auf dem Gelände der Pfarrei Heilige Drei Könige in Alsfeld. Er ist ein gemeinsames Projekt der Pfarrei, des Caritaszentrums im Vogelsberg und des kath. Jugendbüros Oberhessen. Entstanden ist er aus der gemeinsamen Überzeugung, dass Begegnung Räume braucht und Gemeinschaft dort wächst, wo Menschen zusammenwirken. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen wurde ein Ort gestaltet, der allen offensteht – unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation. Der Garten zeigt, wie aus einer gemeinsamen Idee ein lebendiger Treffpunkt für alle Generationen werden kann. Kinder finden Raum zum Spielen, Erwachsene Zeit für Gespräche, ältere Menschen Gemeinschaft und Menschen verschiedener Kulturen die Möglichkeit, einander kennenzulernen. Genau das meint für mich das Caritas-Motto: Zusammen geht mehr, als einer allein schaffen kann.
Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen Einsamkeit erleben und Begegnungen häufig digital oder flüchtig geworden sind, sind solche Orte wichtiger denn je. Sie schaffen Nähe, stärken das Miteinander und schenken das Gefühl: Ich gehöre dazu.
In der Bibel heißt es: „Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2). Lasten tragen beginnt oft im Kleinen – indem wir zuhören, füreinander da sind oder einfach einen Platz am Tisch freihalten. Gemeinschaft entsteht nicht von allein. Sie wächst dort, wo Menschen sich begegnen und Verantwortung füreinander übernehmen.
Ich wünsche mir, dass es noch viele solcher Orte gibt – in unseren Gemeinden, Nachbarschaften und Städten. Orte, die Menschen nicht trennen, sondern zusammenführen. Das gelingt, wenn Kirchengemeinden, soziale Einrichtungen, Kommunen, Vereine und Ehrenamtliche ihre Kräfte bündeln. Denn wo Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen, wächst Vertrauen. Und dort wird das Caritas-Motto Wirklichkeit:
„Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“