Worte und Lieder, die wirken

veröffentlicht 26.05.2026 von T. Schlitt, Ev. Dekanat Vogelsberg

Lauterbacher Jugendkantorei und Jazzquartett gestalten musikalischen Pfingstgottesdienst.

Die Pfingsttage stehen in Lauterbach seit vielen Jahren im Zeichen der Musik. Und so bietet der Gottesdienst am Pfingstmontag ganz besonders der jungen Musik eine Bühne: Schon traditionell gestaltet die Lauterbacher Jugendkantorei unter der Leitung von Kantorin Claudia Regel die Messe gemeinsam mit dem Jazzquartett – Carolin Henningsen am Saxophon, Berthold Möller am Schlagzeug, Annette Schulz am Klavier und Dino Wurtinger am Kontrabass. Diese Mischung ist für viele Lauterbacher eine großartige Einladung, denn sie bedeutet einen beschwingten und gutgelaunten Start in den Feiertag.

Genau darauf durften die Gottesdienstbesucher sich auch an diesem Pfingstmontag freuen: Mit Duke Ellingtons „I’m Beginning to See the Light“, eröffneten die Musikerinnen und Musiker mit gechilltem Jazz die Matinee, passend zur Botschaft von Pfingsten, der Tag, an dem der Heilige Geist sich den Menschen offenbart hat. Der Chor, begleitet vom Jazzquartett mit Claudia Regel am Klavier, griff die fröhliche Feiertagsstimmung in der vom Morgenlicht durchfluteten Stadtkirche auf und ließ mit dem Stück „Cantar! (zu Deutsch: „Singen!“) ein für Chor geschriebenes Salsa-Werk erklingen, dessen rhythmisch- mitreißende Melodie für Freude im Publikum sorgte. Dieses spendete allen musikalischen Beiträgen viel Applaus. Auch zur Liturgie passte dieses Stück wie die anderen Werke ausnehmend gut. Mit „Can’t Give Up Now“ setzten die jungen Sängerinnen und Sänger ihren Aufritt fort – ein gelungenes Zusammenspiel aus Stimmen und Musik, dem das Publikum viel Aufmerksamkeit schenkte. Die Botschaft des Liedes, dass man nicht aufgeben kann, wenn Gott einen schon so weit gebracht hat, sondern dass man Vertrauen haben kann, war ein starkes Zeichen, nicht nur zu Pfingsten. Einen kurzen musikalischen Ausflug in die Südstaaten machten die Musikerinnen und Musiker des Jazzquartetts. „Georgia On My Mind“, legendär geworden durch den Pianisten und Sänger Ray Charles, flirrte durch den Kirchenraum und wirkte noch einmal mehr besonders durch den Gesang des Kontrabassisten Dino Wurtinger. 

Pfarrerin Karin Klaffehn ging in ihrer Pfingstpredigt auf die Kraft von Worten ein: „Friede sei mit dir“ – das hatte Jesus zu den Jüngern gesagt, nachdem er auferstanden war. Und „Friede sei mit dir“, das stecke auch in den Begrüßungsformeln „Salam“ und „Shalom“. Eine solche Begrüßung bringe vielleicht keinen Frieden in die Welt, jedoch in den Raum, in die Umgebung, zu den Menschen, mit denen man gerade verweilt. So verspreche diese Begrüßung neue Lebendigkeit; sie erinnere an den göttlichen Atem und sei ein Wort von großer Wirkung.

Diese Idee von Pfingsten und der Kraft guter Worte griff im Anschluss der Chor wieder auf: „Make Me a Channel of Your Peace“, sangen die jungen Frauen und Männer und unterstrichen mit ihrem wunderbaren Gesang und der Musik, dass jeder Mensch Frieden geben kann, dass man dem Hass Liebe und der Verzweiflung Hoffnung entgegenbringen kann. Es war für die Gottesdienstbesucher beeindruckend, zu spüren, wie gelang, mit Musik und Gesang die geistlichen Inhalte weiterzutragen, sie auf ein anderes Niveau zu heben und die Herzen der Menschen zu erreichen. Und so sprachen die jungen Sängerinnen und Sänger am Ende des Gottesdienstes nicht nur für sich, sondern auch für die Gottesdienstbesucher, die Pfarrerin und die anderen Mitwirkenden, wenn sie sich mit dem unvergänglichen Abba-Stück „Thank You for the Music“ für die Musik bedankten.

So jazzig-enstpannt wie der Gottesdienst begonnen hatte, ließ das Jazzquartett ihn enden: „My Time to Fly“ präsentierten sie gewohnt professionell, mit großer Präzision und Präsenz – eine Einladung an die Gäste, in den schönen Sommertag zu fliegen.