Liebe Leserinnen und Leser,
in der Wochenzeitung „Die Zeit“ gibt es eine Kolumne mit dem Titel „Was mein Leben reicher macht“. Jede Woche sind da kurze Leserzuschriften zu diesem Thema zu lesen, auf die ich mich freue und gerne meiner Frau vorlese. Kleine Begebenheiten, schöne Erfahrungen. Oft Amüsantes, über das ich herzhaft mitlachen kann, aber auch Nachdenkliches, das mir nachgeht. Und immer wieder regen mich diese Zuschriften an, mir selbst darüber Gedanken zu machen, was mein Leben reicher macht. Zur Zeit sind es die lauen Sommerabende, an denen ich von unserem Balkon aus die herrliche Aussicht über unser Dorf genießen kann. An den grünen Wäldern, den gelben Getreidefeldern kann ich mich nicht sattsehen. Mir kommt dann das alte Sommerlied von Paul Gerhardt, dessen Todestag sich dieses Jahr zum 350. Mal jährt, in den Sinn:
Geh aus, mein Herz, und suche Freud
in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Gärten-Zier
und siehe, wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.
Auch wenn uns in diesen Tagen die Hitze eher zu schaffen macht und die Natur unter dem fehlenden Regen leidet, die Schöpfung ist nach wie vor reich an Gottes Gaben. Gerade in unserem noch gemäßigten Klima können wir noch blühende Gärten mit ihrer Farbenpracht und unsere herrliche Landschaft bestaunen und erleben. Deshalb helfen wir doch mit, diese Schöpfung zu bewahren, damit wir uns weiter an ihr erfreuen können. Jeder und Jede mit den eigenen Möglichkeiten. Vielleicht auch aus einer Dankbarkeit heraus, wie P. Gerhardt in seinem Lied weiter dichtet:
Ich selber kann und mag nicht ruhn,
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen.
Ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.