„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“

veröffentlicht 23.09.2026 von sfra, Ev. Dekanat Vogelsberg

Tamara Kaulich als Pfarrerin im Nachbarschaftsraum Lauterbach-Wartenberg eingeführt.

Ein neuer Anfang, viele gute Wünsche und eine klare Botschaft: Beim Willkommensgottesdienst in der evangelischen Kirche in Landenhausen ist Pfarrerin Tamara Kaulich in ihr neues Amt im Nachbarschaftsraum Lauterbach-Wartenberg eingeführt worden. Seit dem 1. September ist sie dort tätig, mit einem besonderen Schwerpunkt im Seelsorgebezirk Angersbach. Zahlreiche Menschen aus Kirche, Familie, Politik und Gesellschaft feierten den Gottesdienst mit.

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Dieser Vers aus dem zweiten Timotheusbrief stand im Zentrum von Kaulichs Predigt und wurde zum Leitgedanken für ihren Start.

Mutig nach vorn, ohne die Menschen aus dem Blick zu verlieren

Kirche befindet sich im Wandel. Strukturen verändern sich, Aufgaben werden neu verteilt, vertraute Wege enden. Tamara Kaulich möchte sich dabei jedoch nicht von Ängsten leiten lassen. „Ich will mit euch und mit Ihnen gestalten“, machte sie deutlich. Gemeinsam wolle sie neue Wege suchen, Ideen entwickeln und mit Hoffnung und Optimismus in die Zukunft gehen.

Dabei gehe es nicht darum, alles Bestehende hinter sich zu lassen. Vielmehr wolle sie entdecken, welche Gaben, Erfahrungen und Ideen bereits in den Gemeinden vorhanden sind und was daraus gemeinsam entstehen kann. In ihren ersten Wochen habe sie bereits viele Menschen kennengelernt, die Verantwortung übernehmen, Neues ausprobieren und kirchliches Leben mitgestalten wollen.

„Mit Gottes Geist kann man tapfere Schritte in die Zukunft wagen“, sagte Kaulich.

Eine Hand zum Anpacken, eine Hand voll Ruhe

Dekanin Dr. Seifert griff einen Vers aus dem Prediger Salomo auf: „Besser eine Hand voll Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind.“

Der Vers sei kein Aufruf zur Untätigkeit. Vielmehr gehe es darum, beherzt anzupacken und zugleich offen zu bleiben für Begegnungen, neue Ideen, aber auch für Pausen und das bewusste Wahrnehmen dessen, was bereits da ist.

Als Geschenk überreichte sie Tamara Kaulich eine Uhr in Form eines Fahrrads. Das Fahrrad passe zu einer Pfarrerin, die künftig viel zwischen den Gemeinden unterwegs sein werde. Zugleich solle die Uhr daran erinnern: Es gibt eine Zeit, kräftig in die Pedale zu treten, und eine Zeit, innezuhalten und den Blick auf das Leben am Wegesrand zu richten.

Gemeinsam Verantwortung tragen

Im Rahmen der Einführung versprach Tamara Kaulich, ihr Amt gewissenhaft und im Vertrauen auf Gottes Hilfe auszuüben. Dekanin Dr. Seifert dankte zugleich dem Verkündigungsteam und allen Engagierten, die die Zeit der Doppelvakanz getragen und zahlreiche Vertretungsdienste übernommen hatten. Eine weitere Pfarrstelle ist weiterhin unbesetzt.

Musik, Gebete und die persönliche Segnung der neuen Pfarrerin prägten den Gottesdienst. Am Ende stand die Einladung, den gemeinsamen Weg nicht von Sorge bestimmen zu lassen, sondern mit Vertrauen, Mut und gegenseitiger Unterstützung weiterzugehen.

Tamara Kaulich ist angekommen und möchte gemeinsam mit den Menschen vor Ort entdecken, was wachsen kann.