Glaube bunt, laut und voller Freude erleben

veröffentlicht 04.06.2026 von T. Schlitt, Ev. Dekanat Vogelsberg

Gottesdienst mit zweitausend jungen Menschen eröffnet den Jugendkirchentag in Alsfeld

Fast zwei Jahre lang wurde geplant, vorbereitet und am Ende um das Wetter gezittert, nun konnte der Jugendkirchentag (JKT) der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Alsfeld mit zweitausend jungen Menschen aus dem ganzen Gebiet der Landeskirche auf dem Marktplatz im Schatten des historischen Rathauses eröffnet werden – auch wenn die Gäste sich schließlich doch als leicht wettertauglich erweisen mussten. Das Motto: „Mach laut. Mach bunt. Mach mit!“ Dem von Jugendlichen der Region gestalteten Gottesdienst ging eine stimmungsvolle Auftaktveranstaltung voraus, in der Leitungspersonen aus Kirche und Kommune die Jugendlichen zu einem solch einzigartigen Glaubensfest beglückwünschten. 

„Deine Stimme zählt. Deine Farbe fehlt, wenn du nicht dabei bist. Und du kannst etwas bewegen“, rief Alsfelds Dekanin Dorette Seibert den vielen jungen Menschen zu. Mit ihr auf der großen Bühne, auf der im Verlauf des Jugendkirchentages bis zum kommenden Sonntag noch einige Konzerte und Gottesdienste stattfinden werden, waren u.a. die Kirchenpräsidentin der EKHN, Christiane Tietz, die Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf, Landrat Jens Mischak und Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule. Die Pröpstin von Nord-Nassau Sabine Bertram-Schäfer, die zurzeit auch für die Propstei Oberhessen zuständig ist, und die Pröpstin von Rheinhessen und Nassauer Land Henriette Crüwell nahmen ebenfalls teil. Des Weiteren waren mit Pfarrerin Sonja Löytynoja ein Vorstandsmitglied der Kirchensynode und mit Präses Martin Reibeling der Vorsitzende der Dekanatssynode vor Ort. Auch der Landesjugendpfarrer Matthias Braun war der Einladung gefolgt. 

Viele von ihnen hatten ihre Freude über das Ereignis und den Anblick so vieler im Glauben vereinter junger Menschen in launige Grußworte gefasst. Was sie einte, war die Idee von dem großen Glück, das durch Vielfalt (Macht bunt.), die richtigen Nachfragen und Beharrlichkeit (Mach laut.) und Gemeinsamkeit (Macht mit.) entstehen kann. „Der Jugendkirchentag ist für mich ein leuchtendes Zeichen: Hier wird Glaube lebendig, kreativ und fröhlich. Ich freue mich darauf, mit Euch ins Gespräch zu kommen: Wie gelingt es uns gemeinsam, Räume zu schaffen, in denen Glaube begeistert, stärkt und trägt?“, fragte Tietz die anwesenden Jugendlichen. „Lasst uns diese Tage nutzen, um einander zuzuhören, Neues auszuprobieren und Vertrauen zu fassen. Gott geht mit – und wir gehen miteinander.“

Moderiert wurde dieser Auftakt von Florian Burk (bis vor kurzem noch Dekanatsjugendreferent im Dekanat Biedenkopf, dem vorherigen Ausrichter des JKT) und Chiara Hohmann, Vorsitzende der Evangelischen Jugend im Vogelsberg. 

Gottesdienst greift Lebenswelten von jungen Menschen auf

Auch die Jugendlichen, die den anschließenden Gottesdienst gestalteten, orientierten sich an dem Jugendkirchentagsmotto, das die vier Tage in Alsfeld überspannen soll. Lara Allendorf, Luisa Tamm und Talea Eckstein stellten in einem Anspiel die Lebenswelt junger Menschen vor, die geprägt ist von Schule und Familie, von guten und schlechten Gefühlen und natürlich den großen Krisen, die über die Nachrichten in jedes Zimmer kommen. Bunt war ihre Liturgie, anschaulich, witzig, eine Stunde, die in Erinnerung blieb, nicht zuletzt, weil die Mitwirkenden auf der Bühne ihren Gefühlen wie Freude, Wut, Angst, Kummer, Langeweile und Glaube authentisch und nachhaltig Ausdruck verliehen. Sie luden die Gäste ein, das Motto des JKT an diesem Wochenende zu leben: Sagen, worum es geht, und sich für etwas einsetzen, seine eigene Geschichte, Talente, Ideen und Hoffnungen mitbringen und mitmachen, gestalten, helfen und natürlich feiern! An der Seite der Mitwirkenden war die JuKi-Band aus Gießen zu hören – und ganz häufig die zweitausend jungen Stimmen, die jetzt schon begeistert mitsangen und von Anfang an ihre Gemeinschaft feierten. Die Botschaft des Gottesdienstes hat ebenfalls das Zeug, über dem Festival zu stehen: Glaube kann Angst und Kummer vertreiben, die Wut besänftigen, Langeweile verfliegen lassen und Freude vermehren. 

All das zu erleben, waren die Scharen an jungen Menschen schon im Lauf des Tages in die Fachwerkstadt gekommen – und so ging die Glaubensparty auch nach dem Open-Air-Gottesdienst einfach weiter: Bis in die Abendstunden hinein gab es bunte Mitmachangebote auf dem Kirchplatz, eine große Party in der Walpurgiskirche und ein Konzert mit Johnny vom Dahl auf der großen Marktplatzbühne. Eine Andacht beendete den ersten Abend des JKT in Alsfeld – es war Zeit für die Gruppen, ihre Unterkünfte in den Alsfelder Schulen aufzusuchen.

Ausblick auf den JKT

Abwechslungsreich wird das Programm auch in den folgenden beiden Tagen sein: Auf dem Stadthallengelände gibt es Themenparks, die Konfi-Rallye und eine Beach-Arena, Auf dem Marktplatz finden Konzerte statt, in der Stadthalle sind Partys geplant, und im Erlenbad werden Aquapartys für gute Laune sorgen. Besonders interessant dürfte die Podiumsdiskussion mit der Kirchenpräsidentin, dem Jugendpfarrer und zwei Mitgliedern der EJHN e.V. (Evangelische Jugend in Hessen und Nassau) sein. Hierbei wird es um Themen wie das Kirchenasyl, Solidarität und Toleranz, Rechtsextremismus und Religion als Trend gehen.

Der JKT 2026 wird am Sonntag mit einem großen Gottesdienst und der Verkündung des nächsten Gastgeber-Dekanats enden. Doch bis dahin wird es in Alsfeld laut und bunt und die Menschen werden mitmachen. Tickets können noch an dem ServicePoint auf dem Stadthallenparkplatz erworben werden.