Einatmen – Ausatmen

veröffentlicht 07.08.2026 von Katja Dörge, Schulpfarrerin der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld, Ev. Dekanat Vogelsberg

Zwischen Krisennachrichten, Alltag und Zukunftssorgen bleibt oft kaum Zeit zum Durchatmen. Die Sonntagsgedanken dieser Woche laden dazu ein, den Atem neu wahrzunehmen, als Zeichen von Leben, Hoffnung und Gottes Nähe.

So sollte es eigentlich sein, in einem ruhigen Modus, entspannt und ganz im Hier und Jetzt. Stattdessen erlebe ich es, - vielleicht kennen auch Sie dies - oft anders. Da halten wir eher den Atem an. Beispielsweise wenn wir die Nachrichten sehen oder hören, meist sind sie voller Krisen und Probleme. Oder es plagen einen Sorgen um Familie, Gesundheit oder die Zukunft. Und wir sind dann eher kurzatmig oder halten den Atem sogar an. Nicht gut. Nicht gut für unseren Körper, nicht gut für unsere Seele. Oft sind wir atemlos unterwegs (manchmal auch durch die Nacht ;-)) und haben das Gefühl, immer funktionieren zu müssen. Dabei ist es gerade dann nötig, sich mit dem Atem wieder zu zentrieren. Und sich damit auch zu besinnen. Biblisch gab Gott uns unseren Atem (hebr. Rauch, Geist, Wind). Der Lebensatem, der uns überhaupt erst leben lässt, wurde uns von Gott eingehaucht. Ein Zeichen seiner Begleitung und Zusage an uns, damit wir unser Leben leben können. Dabei spüren wir oft gar nicht, dass und wie wir atmen. Ob langsam, tief und bewusst oder schnell, oberflächlich und flach. Wir merken dann nicht, wie wenig wir mit uns selbst – und damit auch Gott – verbunden sind. Gott, der uns mit unserem Atem auch seine Gegenwart in unserem Leben spüren lässt. Wir sind nicht allein, wir sind verbunden. Mit dem Atmen atmen wir Lebensenergie und auch seine Zusage ein: „Ich bin bei dir“. Vielleicht ist das sogar ein Akt des Gebets: Tief Einatmen: „Ich bin bei dir!“ – Ausatmen: „Ich lasse los, was mein Herz schwer macht. Ich gebe es ab – an den der uns erschuf.“ So könnte doch ganz einfach sein. Im Hier und Jetzt bewusst atmen und sich verbunden fühlen. Nicht atemlos, sondern getragen vom Atem Gottes. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen tiefen, bewussten Atemzug!