Den Blick heben

veröffentlicht 17.10.2026 von Chiara Hohmann, Gemeindepädagogischer Dienst, Ev. Dekanat Vogelsberg

Weite Landschaften, hohe Klippen und der Blick aufs Meer: Auf ihrer Irlandreise hat Chiara Hohmann besondere Momente des Innehaltens erlebt.

Als ich Anfang September auf meiner Studienreise in Irland war, gab es immer wieder Momente, in denen ich stehen geblieben bin. Vor mir das Meer, dahinter der weite Himmel, grüne Landschaften und beeindruckende Klippen. Momente in denen ich nicht viel gedacht oder gesagt habe, sondern einfach nur geschaut und gestaunt.

Vielleicht kennen auch Sie solche Augenblicke. Wenn man unterwegs ist, an einem besonderen Ort, stehen bleibt, die Natur beobachtet und plötzlich merkt, wie gut es tut, einfach einmal innezuhalten.

Jetzt wo der Herbst eingezogen ist, verändert sich auch bei uns die Landschaft. Die Tage sind kürzer geworden, die Blätter färben sich bunt und die Natur bereitet sich vor auf eine ruhigere Zeit. Nach den langen Sommertagen kehrt Schritt für Schritt ein anderer Rhythmus ein. 

Den Blick über den Alltag hinaus 

In unserem Alltag nehmen wir solche Veränderungen kaum wahr. Wir sind beschäftigt mit Terminen, Aufgaben und den Dingen, die noch erledigt werden müssen. Dabei lohnt es sich zwischendurch den Blick zu heben und wahrzunehmen was uns umgibt.

In Psalm 121 heißt es „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt meine Hilfe?“ Für mich steckt darin eine Einladung, die eigene Perspektive zu verändern. Den Blick nicht nur auf das zu richten, was unmittelbar vor uns liegt, sondern auch darüber hinauszuschauen. Er erinnert uns auch daran, dass wir mit unseren Fragen und Herausforderungen nicht allein unterwegs sind, sondern auf Gottes Begleitung vertrauen dürfen.

Weite beginnt vor der eigenen Haustür

Auf meiner Reise nach Irland habe ich diese Weite unmittelbar erlebt. Das Meer, die Landschaft und diese unglaubliche Weite haben mich immer wieder zum Staunen gebracht. Aber vielleicht müssen wir dafür gar nicht erst weit reisen. Manchmal reicht schon ein Spaziergang, ein Blick in die Bäume oder ein Moment, in dem wir bewusst wahrnehmen, was uns gerade umgibt.

Und vielleicht ist dieser Sonntag eine gute Gelegenheit, genau das auszuprobieren: kurz innezuhalten, den Blick zu heben und sich überraschen zu lassen von dem, was wir entdecken.