In diesem Sommer verbrachte in meinen Urlaub im wunderschönen Spreewald mit seinen zahlreichen Fließen und zum Teil unberührter Natur. Nicht nur auf dem Wasser mit dem Kahn oder Kanu kann man hier unterwegs sein, sondern auch zu Fuß oder mit dem Rad. So gibt es im Spreewald auch eine Vielzahl an Brücken über die Fließe, um die Uferwege und Radwege zu verbinden. Meist sind es einfache Holzbrücken, die Spreewaldbänke genannt werden.
Brücken schaffen die Möglichkeit der Verbindung. Sie führen über Flüsse, Täler und Schluchten hinweg und ermöglichen dadurch, dass Menschen miteinander in Beziehung treten können.
Brücken, die Menschen verbinden
Es gibt auch unsichtbare Brücken, immer dann, wenn Verbindungen entstehen zwischen Menschen. Diese unsichtbaren Brücken sind wichtig für unser Leben, sind wir als Menschen doch auf Gemeinschaft angelegt.
Wir können Brücken zu anderen bauen, eine Brücke der Hilfe, der Unterstützung, des Zuhörens. Auch ein Lächeln oder ein aufbauendes Wort können eine Brücke sein.
Es ist wichtig, dass Brücken gut und stabil gebaut sind. Das trifft auch für die unsichtbaren Brücken zwischen den Menschen zu. Es braucht ein tragfähiges Miteinander. Und da sind wir auch immer wieder gefragt, gute und verlässliche Brücken zueinander zu schlagen.
Gott baut eine Brücke zu uns
Auch Gott baut Brücken zu uns Menschen. Im ersten Timotheusbrief (1 Tim 2, 5) heißt es: „Einer ist Gott, einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus“. In Jesus hat Gott eine Brücke zu uns Menschen geschlagen. Von Jesus können wir lernen, was es heißt gute und tragfähige Brücken zu den Menschen zu bauen.
Davon erzählt auch der Text eines Liedes von Kurt Rommel (1926-2011, evang. Pfarrer, Kirchenlieddichter und Autor) mit dem ich diese Sonntagsgedanken schließen möchte:
„Herr, gib mir Mut zum Brücken bauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt. Lass mich auf deine Brücken trauen, und wenn ich gehe, geh du mit.
Ich möchte gerne Brücken bauen, wo alle tiefe Gräben sehn. Ich möchte hinter Zäune schauen und über hohe Mauern gehn.
Ich möchte gern dort Hände reichen, wo jemand harte Fäuste ballt. Ich suche unablässig Zeichen des Friedens zwischen Jung und Alt.
Ich möchte nicht zum Mond gelangen, jedoch zu meines Feindes Tür. Ich möchte keinen Streit anfangen; ob Friede wird, liegt auch an mir“.