Ich habe letztens das Buch „Was in zwei Koffer passt“ gelesen. Es handelt von einer jungen Frau auf der Suche nach einem Sinn für ihr Leben. Sie entscheidet sich in ein Benediktinerinnen Kloster einzutreten und Nonne zu werden. Am Ende verlässt sie nach 12 Jahren spontan die Gemeinschaft, weil sie „die Liebe ihres Lebens“ gefunden hat. Ihre Geschichte ist real und das Kloster für uns ganz nah, weil wir dort demnächst ein Hospiz eröffnen wollen.
Die Schwestern, die noch im Kloster leben und demnächst umziehen werden, erlebe ich als fest verwurzelt in ihrem Glauben und ihrer Verbindung zu Gott und zu ihrer Gemeinschaft. Dieses noch aktive Kloster hat eine Art Aura oder Ausstrahlung, die schon viele Menschen in den Bann gezogen hat. Ich bin nach jedem Besuch, trotz der Herausforderungen die vor uns stehen, irgendwie ein wenig beseelt. Und Anderen geht es ähnlich.
Aber in einem Kloster als Nonne oder Mönch zu leben? Uns ganz auf Gott und den Dienst einzulassen, so ganz ohne weltliche Familie und Alles um uns herum? Ja, in unserer Welt wird es gefühlt immer schwieriger – aber wäre das der Weg? Könnte das mein Weg sein?
Mir wäre dieser Schritt und die Konsequenzen zu eng, die Bindung an die Gemeinschaft zu absolut. Ist die Frau nun gescheitert? Aus meiner Sicht nicht. Gott hat sie eine Zeit in den Dienst des Klosters gestellt und sie hat dort einen Beitrag geleistet. Jetzt hat er etwas Anderes mit ihr vor. Mit mir bestimmt auch. Ich vertrau auf ihn und dass er mich auf den richtigen Weg führen wird.