Dieser Tage fand ich ein trockenes Ahornblatt vom vergangenen Jahr. Fast wäre ich drauf getreten, dann wäre es wohl in kleine Stücke zerfallen und bald vom Winde verweht.
Aber es erblickte mich.
Ich ging in die Hocke, hob es vorsichtig auf, hielt es – der Wind spielte mit – in der hohlen Hand. Leicht war es. In sich gekrümmt zu einer Muschel, dunkelbraun, am Rand hell-leuchtend. Die Rippen deutlich zu sehen und einige Fraßspuren – dies Blatt hat einiges erlebt, auch an Sonne , an Wind, an Regen: Lebensspuren und Narben…
Leicht und zerbrechlich – und doch über den Winter bewahrt …
Von wem? Warum? Wozu?
Es erschien mir, spricht mich an - ich höre die Stimme des Schöpfers, bete …
Und trug das Blatt behutsam nach Haus.
Begegnungen, Ansprache, Leben und Dank wünscht Ihnen
Thorsten Backwinkel-Pohl, Pfarrer i.W. für Rixfeld, Schadges und Stockhausen